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Sonntag, 29. Juni 2014

Der Club der toten Dichter

Der Club der toten Dichter. Reflexionen zum Film und zu meinen Erfahrungen



wiederveröffentlicht aus aktuellem Anlass 

Freitag, 30. Mai 2014

Die Frohe Botschaft der Exkommunikation.

Papst exkommuniziert Chefin von "Wir sind Kirche"

Die österreichische Vorsitzende der katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche" wurde exkommuniziert. Martha Heizer und ihr Mann dürfen nicht mehr an den Sakramenten teilnehmen. 
Die strengste Strafe, die die Kirche verhängen kann, weil zwei Menschen, die nicht zu Priestern geweiht waren, in ihrem Privathaus Messen gefeiert  haben? 
Es heißt, von den Missbrauchstätern sei bislang keiner exkommuniziert worden. Ich kann das nicht überprüfen.
Aber mit welchem Maß wird da gemessen? 
Das vermeintliche schwere Vergehen, das Martha Heizer vorgeworfen wird, begehen täglich auf der Welt Hunderte von katholischen Gruppen. Es ist eine Folge des Priestermangels, dass Gläubige manchmal auch ohne geweihten Priester gemeinsam Gottesdienst feiern. Statt das zu bestrafen, sollte man diese Form des Laienengagements begrüßen und sich darüber freuen. Christian Weisner (30.5.2014)
Wenn ich also zukünftig ein Brot breche, und einen Wein trinke, und dabei einen Segen spreche, exkommuniziere ich mich dann auch selbt?
Oder werde ich ausgeschlossen, wenn ich das auch noch öffentlich bekannt gebe? 

Also, ich sehe das so:
Entweder war das unerlaubt und ungültig. Denn wenn die beiden nicht geweiht waren, war das keine Messe, im katholischen Sinne. 
Dann sehe ich keinen Grund für eine Strafe.
Dann wäre es einfach nur ein Irrtum der Handelnden. 
Das sowas in der Kirche bestraft wird, befremdet, wirkt wenig menschenwürdig. 

Die Frohe Botschaft dieser Exkommunikation.

Oder war das gottesdienstliche Handeln gültig?
Das muss wohl so sein. Das legt die Bestrafung nahe. Nur geweihte Pfarrer dürfen das.
Und das ist ein Grund zur Freude, denn wenn das "gültig" und somit bestrafenswert ist, was Frau Heizer tat, dann "funktioniert" das Geschehen der Messe, die Wandlung und Transsubstantiation, auch ohne Weihe. 
Das wäre nun wahrhaft die Frohe Botschaft dieses Urteils. 
Eine gültige Wandlung von nichtgeweihten Menschen. Laien, bei den Katholiken. Also ist das von allen Evangelischen, allen ordinierten Männer und Frauen und allen Laien gültig. 
Endlich sind wir autonom. 
Das Priestertum aller Gläubigen, verwirklicht, und durch ein Urteil der Kirche bestätigt. 
Ein Schritt weiter, das Klerikertum abzuschaffen? 
Habt Mut, zu wandeln, zu feiern. Wandelt. Wandelt Euch, wandelt die Welt! Denkt um! 
Gültige Messen feiern. Für alle. Mit allen. Das ist gelebte Spiritualität und Seelsorge. 
Wie der in den Menschen verliebte Gott es wollte.

Ich breche gerne das Brot. Trinke Wein, symbolisch, zeichenfaft, und bete dazu einen Segen. Allein, wie es sich für einen Eremiten gehört.
Und ich überlasse es anderen, darüber Ihren Hirtenstab zu brechen. 
Wer will feiert mit. Virtuell, oder real. Das macht keinen Unterschied, im Geiste. 

Lies auch hier zum Thema Papst. 

"Wer sind wir, dass wir uns anmaßen dürften, Türen zu schließen, die der Heilige Geist öffnen will?" (Papst Franziskus)

Dienstag, 1. April 2014

Wer bestimmt dein Denken und Handeln?


Kennen Sie das auch? Sie haben letzte Woche ein sehr interessantes Seminar besucht. Euphorisch und voller Tatendrang versuchen Sie nun das Gelernte in der Praxis, an Ihrem Arbeitsplatz, anzuwenden. 
Doch die anfängliche Euphorie ist schnell vorbei; der Praxistransfer gelingt nicht wirklich. 
Auch das attraktive Ziel – die viel beschworene Vision – hilft nur bedingt weiter. 
Dabei hatten Sie sich dieses Ziel am Ende des Seminars gesteckt und wollten heute damit anfangen. Schon schleicht sich der Gedanke ein: "Ich kann ja auch morgen oder nächste Woche beginnen, das zu verändern/mich auf den Weg zu meinem Ziel zu machen."
Und schon sind Sie in den Fängen der "Manana-Krankheit". "Manana" ist spanisch und heißt "morgen", bedeutet aber in Wahrheit "irgendwann, vielleicht wenn ich Zeit habe …"

Weshalb tun wir uns mit Veränderungen so schwer? 

Warum wir so wichtige Veränderungen nicht vornehmen und handeln, hat stark mit unserem dominanten Persönlichkeitstyp zu tun. Der eine schiebt Dinge auf, weil er sich verzettelt, der nächste plant so lange, dass er darüber das Handeln vergisst, wieder ein anderer weiß nicht, wo er anfangen soll oder lässt sich so viele Jobs von Kollegen aufhalsen, dass er nicht mehr zu den eigenen Angelegenheiten kommt … 
Unserem Persönlichkeitstyp liegt ein Lebensmuster zugrunde, das sich in den ersten sechs Lebensjahren entwickelt. Dieses Lebensmuster äußert sich u.a. in früh gelernten Glaubenssätzen. 

Kopfbewohner

Die Psychotherapeutin Mary Goulding spricht von Kopfbewohnern und nennt sie wörtlich auch "Saboteure, Bösewichter, Schurken oder Widersacher", die uns meist unbewusst beeinflussen in Form eines inneren Dialoges und uns gerade in Veränderungsprozessen behindern und zu torpedieren versuchen. 
Die Bösewichter können ganz unterschiedliche Namen tragen, zum Beispiel:
  • Scharfrichter: "Das hast du falsch gemacht. Du hast dich zum Narren gemacht." 
  • Nörgler: "Warum machst du nie deine Steuererklärung / Dissertation …?" 
  • Unheilverkünder / Angstmacher: "Nun wirst du zu spät kommen und sie werden ärgerlich sein." - "Du wirst die Prüfung wieder nicht schaffen." 
  • Sklaventreiber: "Was machst du gerade? Häng nicht faul rum." 
Die Monster in unserem Kopf sind das Ergebnis der verfehlten Versuche unserer Eltern sowie anderen Bezugspersonen jeden von uns perfekt zu machen. 
Fast alle Eltern wollen doch immer nur das Beste für ihre Kinder, aber sie erreichen mit ihren erzieherischen Versuchen nicht immer die gewünschte Wirkung. 
Wir sind diesen Monstern jedoch nicht ausgeliefert, sondern können diese Gedankenketten unterbrechen und unseren Kritiker "in Urlaub schicken". Eine selbstzerstörerische innere Haltung kann durch einen aktiven, spielerisch humorvollen Umgang ausgehebelt werden.

Wie, erfahren Sie in dem Seminar "Kopfbewohner - oder: wie wir unsere inneren Saboteure und Bösewichter überlisten können". 
Anhand bestimmter Übungen lernen Sie, ihre Gedanken, Gefühle sowie Ihr Verhalten zu steuern und somit auch Veränderung zuzulassen. Befreien Sie sich von den Fesseln der Vergangenheit und betrachten Sie das Leben immer mal wieder als Spiel. Das bringt eine gesunde Prise Leichtigkeit in Ihr Leben und macht es ungeheuer spannend ... 

Andrea Combé

Donnerstag, 27. Februar 2014

Fasten regeln

Als Impuls zur Fastenzeit heute ein Beitrag von Heinz Schüttler


Zu Beginn der Fastenzeit werden von Menschen gerne Vorsätze gefasst oder alte Regeln wiederbelebt, auch wenn der bisherige Erfolg bescheiden war und die Freude daran gering.

Eine gute Gelegenheit sich einmal kurz damit zu beschäftigen.
Eine Regel z.B. eine Ordensregel heisst Regel, weil sie etwas regelt. 
Angesichts dieser vordergründigen Binsenweisheit, mag manch eine/r denken: „das geht ja schon gut los!“
Bei näherer Betrachtung sieht das dann doch anders aus. 

geregelt

Wenn nämlich etwas geregelt wird, mag manche Menschen die Angst beschleichen, dass sie damit Freiheit verlieren und Dinge über ihren Kopf hinweg von anderen Autoritäten entschieden werden. 
Recht schnell taucht dann der Ruf nach Autonomie auf. 
Das Interessante dabei ist, wie schnell sich Menschen an diesem Punkt in einem dualistischen Denkmuster befinden und verstricken (und die Autonomie ist da eh schon futsch, da das Wort Regel nur noch mit dem Begriff Freiheit als Gegenpart gedacht wird). Dem einen wird ein positiver Wert zugeschrieben und der andere Begriff wird automatisch negativ bewertet.
Dabei folgen viele Menschen Regeln, z.B. der Straßenverkehrsordnung und darüber hinaus sogar ganz persönlichen „Gesetzen“, die oft nicht als solche wahrgenommen werden. 

ungeschriebene Regeln

Die ungeschriebenen Regeln, Gesetze gar, sind oft die härtesten, z.B. „Wer nicht arbeitet, ist faul“. Es gibt  sicher einige fragwürdige Exemplare von solchen Regeln. Manche tarnen sich auch als Meinung, Urteil, Haltung, Ethik, Werte oder einfach als eine Aussage.
Kein Wunder  dass viele Menschen versuchen solchen Regeln möglichst zu entkommen. 
Was ist also eigentlich das Problem? 

Die Fastenzeit?

Ist die Fastenzeit vielleicht eine Einladung, solche Regeln zu hinterfragen und eigene Regeln sorgfältig auszuwählen? Sie könnten ein paar neue Regeln für den persönlichen Gebrauch aufstellen und sie dann ausprobieren. 
Vielleicht scheitern Sie daran - vielleicht aber auch nicht. 
Wie gehen Sie damit um?
An diesem Punkt kann vielleicht gerade das Scheitern an Regeln ein Spiegel für Bedürfnisse sein, die Sie nie wahrgenommen wurden. 
Vielleicht ist das für Sie ein erster Schritt zu einer neuen Achtsamkeit und einer neuen Ehrlichkeit mit sich selbst? 
Sollten sich ein paar taugliche Regeln, vielleicht sogar alltagstaugliche Regeln herauskristallisiert haben, sollten Sie diese nach Ostern über Bord werfen, nur weil die Fastenzeit vorbei ist?


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Unsere Impulse für diese neue Zeit

In den kommenden sieben Wochen werden Heinz und ich Impulse verfolgen, die um "mehr Gott" kreisen. Allen atheistischen Unkenrufen zum Trotz wollen wir das Leben und den christlichen Glauben feiern. 
Nicht Verzicht auf, kein Pflegen von, kein Besinnen auf, kein Weniger von Etwas, stattdessen ein Mehr von allem. Ein Mehr von Gott! 
Wir sind unersättlich. 
Wir werden unser Leben anhand dieser Impulse kommentieren, reflektieren, erzählen, was wir erlebten - und unter dem Blickwinkel des gewählten Impulses mit Euch teilen. 
Genauer heißt das: Vom 5.3. an, dem Aschermittwoch, bis jeweils zum folgenden Mittwoch verfolgen wir jeweils einen Impuls.  


Ab Aschermittwoch gibt es hier im Blog den ersten Impuls zu lesen!

Da liest Du schon vorher, was auf Dich zukommt!