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Sonntag, 16. März 2014

Wie du dich selbst ermutigen kannst

von Heinz Schüttler 

ermutigen

Wenn Dein Bogen zerbrochen ist, und Du hast keine Pfeile mehr, dann schieß! Schieß mit Deinem ganzen Sein. (aus dem Zen, vgl. Locccumer Brevier, 356)
Wenn wir von ermutigen sprechen, denken wir da zuerst an andere? 
Oder fängt ermutigen bei mir an? 
Wie steht es mit mir und meinem Mut? 
Wo war ich zuletzt mutig? 
Wie sieht Mut für mich aus? 
Woher habe ich mein Vorbild für den Mut? 
Vielleicht aus dem Fernsehen, oder aus Filmen, oder den Reden anderer, die mich beeindruckt haben? 
Ist mein Mut Mainstream oder eher außergewöhnlich?

Selbst ermutigen

Wenn ich andere ermutigen will brauche ich selber Mut. Und wenn es nur der Mut ist, erst auszuhalten und anzuerkennen, dass da jemand gerade gut ist. 
Was passiert dann in diesem Moment mit mir? 
Werde ich dann klein, oder gewinne ich vielleicht an Größe?
Diese Größe tragen wir als Menschen in uns. Mut ist für viele etwas Besonderes, das sie erst erreichen müssen. 
Dabei ist Mut vielmehr etwas, was schon in uns ist, denn sonst könnten wir unsere Existenz vielleicht gar nicht ertragen. 

Gottesermutigung

Wenn Gott Mensch geworden ist und den letzen und größten Schritt gegangen ist und gestorben ist: wozu das alles?
Die einen Interpretationen sagen, damit wir Menschen ihm nachfolgen. 
Damit sind wir schon gleich in eine Bring-Schuld hineingerutscht. Diese Interpretation versucht - leider - den Menschen zu verbessern und scheitert regelmäßig daran. Die täglichen Nachrichten, all das Schlimme, was in der Welt passiert und täglich über die Bildschirme in unsere Wohnzimmer, in unsere Köpfe, in unsere Seelen und Herzen flimmert, scheint dies eindrucksvoll zu belegen. Letztlich bestätigt dies nur das negative "Vor-Urteil" und lässt die Welt rund erscheinen. 
Zumindest lenkt es den Blick von vielen Menschen ab, von ihrer Größe und ihrem Mut.
Wie sieht die Alternative aus? Macht sie Sinn und ist damit sinnvoll? 
Was wäre, wenn wir unseren Mut entdecken? Wenn wir entdecken, wie dieser Mut schon von Anbeginn da ist, weil wir aus Gott heraus geschaffen sind und das Leben aus seinem Atem in uns tragen? (Gen  2.7)
Dann brauchten wir vielleicht weniger kämpfen, um uns zu behaupten. 
Wie befreiend könnte dies sein, nicht mehr beweisen zu müssen, das wir gut und mutig sind? Sondern zu begreifen, dass es schon so ist und vielmehr danach zu suchen, dies im Leben umzusetzen und zu verwirklichen, darauf zu verzichten Hürden aufzubauen, sondern diese eher abzubauen und sich mit anderen Mutigen zu verbinden. 

Die Fluten der Mutigen

Wenn diese Eindämmungen, die uns nur eindämmen und für andere fühlbar machen, verschwinden, dann werden die Fluten der Mutigen sich zusammenfinden und dieses "Wasser des Mutes" wird die Erde benetzen wie das Wasser, das im Schöpfungsbericht den Boden feuchtet als das Feldkraut noch nicht spross. 
Als aber "noch ein Wasserschwall hervorbrach aus der Erde und den ganzen Erdboden tränkte, da bildete der Herr, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem in seine Nase. So wurde der Mensch ein Lebendiges Wesen." (Gen 2.6-7, Zürcher Bibel)
Was kann dann alles bei uns sprießen? 
Eine "verrückter" Gedankengang! Allerdings wissen wir nur zu gut, dass unser Bild der Welt eine Interpretation, also rein subjektiv ist. Solch eine andere Sicht machte es schwerer Menschen zu führen - also schwerer "verführbar"? 
Dies ist schon einmal in einem Gedicht beschrieben worden.


Unsere tiefste Angst ist nicht,

dass wir der Sache nicht gewachsen sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich mächtig sind.
Es ist unser Licht, dass wir fürchten,
nicht unsere Dunkelheit.


Wir fragen uns: "wer bin ich denn eigentlich,

dass ich leuchtend, hinreissend, begnadet und phantastisch 
sein darf?"
Wer bist Du denn, 
dass Du das NICHT sein darfst?


Du bist ein Kind Gottes.

Wenn Du Dich kleinmachst, dient das nicht der Welt.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, 
wenn Du Dich einkringelst,
damit andere um Dich herum
sich nicht verunsichert fühlen.


Du wurdest geboren, 

um die Ehre Gottes zu verwirklichen, 
die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem Menschen.


Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen,

geben wir unbewusst den anderen Menschen
die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart
ohne unser Zutun
andere befreien.
(Marianne Williamson, nach: Loccumer Brevier, 81.)


Umdenken braucht Mut. 

Er ist grundsätzlich möglich. 

Donnerstag, 30. Januar 2014

Wie du Dein Leben verbesserst

Eigentlich ist es ganz einfach, und während ich dies schreibe, liefere ich selbst den Beweis. 
Ich habe heute einen Kursauftrag: Bewerbungscoaching für Arbeit-Suchende.
Jeder der Teilnehmer ist entweder versorgt oder hat gerade deutlich signalisiert, dass er nicht kann, nicht will, oder sonst einen guten Grund hat.
So habe ich Zeit, diesen Artikel zu beginnen. Es verbessert mein Leben. 
Da ich meine Zeit nützlich und sinnvoll verbringen möchte, hilft es vielleicht auch Dir weiter?

Erst mal kapieren, dass es gut ist, wie es ist ...

Die guten Gründe meiner Teilnehmer zuerst:
Von den sechs Teilnehmern dieses Kurses haben zwei einen Arbeitsvertrag - und fragen sich, warum sie vom "Arbeitsamt" (so nennen sie das noch immer!) in solch einen Kurs verwaltet werden.
Einer ist über sechzig und soll hier Online-Bewerbungen verschicken, kennt sich aber weder mit Computer aus, noch will er es wirklich lernen - wozu auch: Er wird in seinem Berufsleben, sollte er je wieder einen Job finden, den Computer nicht brauchen. 

Wie ist das bei Dir? Bist du zufrieden mit dem, was da ist? 
Es ist der beste Startpunkt für etwas Neues. Einen anderen hast Du nicht.
Ob es berufliche oder persönliche Veränderungen sind, die Du anstrebst, Du brauchst nichts Anderes als das, was Du hast. Nur in Deinem Denken darf sich was ändern. 
Denn allzuviele Menschen glauben, wenn sie das machen, was sie immer gemacht haben, kommt etwas anderes dabei raus. 
Du machst schon etwas anders, wenn Du diesen Artikel liest.
Schon mein Großvater, der noch Landwirt war, wusste: Du kannst nur ernten, was du säst. 

...und dann darf es besser werden.

Es bleiben drei weitere Teilnehmer meines Kurses.
Einer hat heute ein Vorstellungsgespräch. Da muss man nichts üben, es ist bei einer Zeitarbeitsfirma. Das kann er, hat er auch schon mehrfach bewiesen.
Ein erhebendes Gefühl scheint es nicht für ihn zu sein. 
Erwartete er nicht etwas anderes vom Leben? Etwas Besseres? 
Und einen besser bezahlten Job obendrein? 

Die verbleibenden beiden Teilnehmer recherchieren Stellen.
Das ist gut. Es gibt immerhin eine geringe Erfolgswahrscheinlichkeit.
Es ist davon auszugehen, dass die meisten Menschen so vorgehen. 
Warum auch nicht? Es ist richtig. 
Aber was alle machen muss nicht zielführend sein. 
Denn wenn die offenen Stellen nicht ausgeschrieben sind, was dann?
Firmenhomepages recherchieren? Das wäre eine Möglichkeit.
Kontakte fragen: Das müsste man sich erst mal trauen.Das kannst Du lernen.

Ideenreichtum ist gefragt. Kreativität ist angebracht. Der Plan B (C, D, ...) muss her. 
Darauf komme ich gleich zurück.


Da noch kein Kommunikationsmeister vom Himmel gefallen ist, machst Du da sicher Fehler.
Das darfst Du. Ohne Fehler lernst Du nichts.
Das ist dennoch peinlich.
Und da viele von uns sich doch entwicklungsbedingt mehr Gedanken darüber machen, wie sie anderen besser gefallen, lassen wir das, was zu Peinlichkeit führen könnte und reden erst mal nicht mit Anderen.
Dabei geht es genau darum: Dem Anderen besser gefallen.
Und das bedeutet konkret, für den Arbeitgeber attraktiver zu werden. 

Und wie ist das bei Dir? Wo wird es unbequem - und daher lässt Du es? 
Vermeide diese "Ausreden" und tue es einfach. 
Und wenn Du denkst etwas geht nicht, denkst Du vielleicht nur, es geht etwas nicht. 
Meiner Erfahrung nach liegen viele Bewerbungsfehler im Denken. 
"Ich dachte, da hab ich eh keine Chance", "wenn du über 50 bist, findest du eh nichts mehr",   "dazu bin ich nicht gut genug" "da fehlt mir der Schulabschluss" "ich hab leider keine Zeugnisse", "ich kann nicht so gut Deutsch", "ich kann das nicht", ...
(Psst, ganz im Vertrauen: früher konnten wir auch mal nicht laufen und haben es gelernt. Und sprechen haben wir auch gelernt.)
Die Krönung war mal eine, die davon schwärmte, eine Topstelle beinahe gehabt zu haben, wenn sie denn Englisch gekonnt hätte. Das war vor fünf Jahren. Das wäre Zeit genug gewesen, to improve her knowledge, auf deutsch: es inzwischen zu lernen.

Wie werde ich für Arbeitgeber attraktiv?

Seit den Erfahrungen von Richard Nelson Bolles wissen wir, dass es Beziehungen sind, die Jobs bringen. Auch die Agentur für Arbeit (das ist die offizielle Bezeichnung dieser Institution) hat herausgefunden, dass es (mindestens) 25% sind, die über Beziehungen und Empfehlungen in eine neue Anstellung kommen. Tendenz steigend.

Im Beziehungsleben gibt es sicher immer was zu verbessern.
Meine drei Stellenrecherchierenden könnten davon profitieren, wenn sie es wollten. 
Alle paar Minuten frage ich nach, doch niemand zeigt den Willen. 
 "Oh, die Zeit geht heute überhaupt nicht rum", beklagt sich dafür gerade eine.
Diese Gruppe habe ich letzte Woche darauf hingewiesen, wie sie strategisch ihre Jobsuche verbessern könnten. 
Das Ergebnis ist: Sie recherchieren wohl lieber. Sicher ist sicher.
Und ich gewinne den Eindruck, es ist für sie bequemer.
Es sind die folgenden Ansätze, die - strategisch eingesetzt - bedeutende Verbesserungen im Leben schaffen. 
  • Kreativität
  • Weiterbildung
  • Ausdruck
  • Auftreten
  • Qualifikationen beweisen
  • Kontakte pflegen

Kreativität

Wenn ich etwas kaufen will, sagen wir Mehl und finde keines, gehe ich in den nächsten Laden, und ansonsten in den übernächsten Laden oder kaufe ein anderes Mehl. 
Bei Bewerbungen fällt den Bewerbern oft genug nichts mehr ein, wo sie denn noch eine Bewerbung hinschicken könnten. Man will bedient und versorgt werden, statt eigenverantwortlich weiterzugehen. Und man ist über 18. 
Dabei sind es einfache Fragen, die den Denkhorizont erweitern: 
  • Was kann ich denn noch?
  • Wo wird das gebraucht?
  • Worin bin ich gut?
  • Wen kenne ich denn noch?
  • ...

Weiterbildung

Das wäre einfach. irgendein Fachbuch gibt es garantiert in der nächsten Buchhandlung.
Was würde passieren, wenn man es durchliest und durcharbeitet?
Es würde diesen Jobsuchenden deutlich attraktiver machen gegenüber dem, der nichts gelesen hat. 
Statt dessen höre ich leider oft genug: "Herr Körbel, wo ist denn die xyz-Straße?" Wie wäre es wohl, wenn ein Erwachsener, der jederzeit auf der Straße nach dem Weg fragen kann, selbst mit Google-Maps recherchieren würde?

Ausdruck

"Wie soll ich denn das sagen?", "Ich weiß nicht, was ich da sagen soll?", "ich weiß nicht, was ich da schreiben soll", ... 
(Eine Überlegungen wäre mal, ob diese "Soll"-Krankheit auch zur "Soll"-Situation auf dem Konto führt?) 
Aber wirklich: Wo lebt der, der mir sagt, wie etwas sein soll? Brauchen wir Befehlsempfänger und Nicht-selbst-denkende?
Wenn der Arbeitsmarkt heute Menschen braucht, die initiativ vorgehen, die sich gut ausdrücken können, dann wäre es sinnvoller, zu sagen, was Du sagen willst.
Ausdruck und Sprache zu verbessern, ist einfach. 
  • Lesen (Zeitung, Buch, ...), reden, lesen, reden, 
  • nachdenken, lesen, 
  • Fremdwörter nachschlagen, um sie zu verstehen, 
  • reden, lesen, reden, ...

Auftreten

Nun, spätestens im Vorstellungsgespräch wollen sich alle benehmen, besser benehmen als hier im Kurs. Ohne Übung? Wie kann das gehen? 
Beim Laufenlernen sind wir auch auf die Fr*** und den A** gefallen. Wir haben es gelernt. 
So besteht Hoffnung. 
Es bleibt sonst nur, dem Chef was vorzuspielen. Fällt er drauf rein, war der Bewerber immerhin ein guter Schauspieler und hat seinen Job. 
Dann kommt die Probezeit.

Qualifikationen beweisen

Ob der Bewerber diese Lüge - und es ist nichts anderes - aufrechterhalten kann, zeigt sich spätestens, wenn er im Betrieb die fachlichen Qualifikationen beweisen darf, im Kundenkontakt besteht und die Erfolge vorweisen kann. Oder eben nicht. Kannst Du es? Dann tue es. 
Wenn du es tust, tue es besser als andere. Sei exzellent!
  • Du bist zuverlässig, beweise es.
  • Du bist pünktlich, sei es.
  • Du bist verantwortungsbewusst? Dann stehe zu Deinen Fehlern!
Ist das einfach?  Ja.
Zwei Fragen dazu:
  • Was macht es für einen Unterschied, ob Du diesen Job machst, oder ein anderer? 
  • Was hat der Chef davon, wenn er dich nimmt?

Kontakte pflegen

Dazu habe ich im Artikel über Beziehungen schon einiges gesschrieben. 


Kurz und gut. Es ist einfach. Es erfordert natürlich einiges an mentaler Disziplin. Das Beherrschen des Kopfkinos will auch gelernt und eingeübt sein. 


Welche Anregungen brauchst Du noch?

Dienstag, 17. Dezember 2013

Heute Arbeit finden

Arbeitslosigkeit ist völlig normal

Das wäre schon mal Lektion Nummer Eins.
Allzuviele Menschen, im ländlichen wie im städtischen Raum, scheinen eher der Ansicht, es sei ein Zeichen von Faulheit, von Sozialschmarotzertum und/oder von mangelndem Willen, heutzutage keine Arbeit zu haben.
Das trifft alles nicht zu. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind eindeutig nicht das Versagen Einzelner. Das habe ich schon mal dargelegt (hier). Vielleicht ist es ein Versagen der Politk oder einfach nur menschliche Vergesslichkeit. Aber das hilft ja nicht weiter, darüber zu jammern. Denn ist es nicht am Ende der Einzelne, der es ausbaden muss und oft genug von seiner Umgebung genau diese Gefühle eingeredet bekommt: "Wie? Arbeitslos? Du willst wohl nicht?"
Dagegen hilft nur Umdenken. 

Umdenken (metanoieite)

Umdenken bedeutet nicht zwangsweise, das Gegenteil denken. "Wo ein Wille ist, ist ein Weg", wo kein Wille ist, die Ausrede. Wer wirklich will, findet einen Job. Das ist so! Nur: Was bedeutet "Wollen" wirklich?
Meiner Erfahrung nach geht das nicht ohne professionelle Hilfe. Sei sie vom Jobcoach des Bildungsträgers, der im Auftrag der Agentur für Arbeit tätig ist, sei sie vom Karrierecoach oder vom Seelsorger. 
Es gibt nämlich keine Schwächen, nur Lernfelder. 
  • Du bist ungeduldig? Lerne Gelduld. 
  • Du strebst nach dem Vollkommenen bis hin zum Perfektionsdrang? Gelassenheit und Mut zum Fehler sind die Lektionen. 
Diese Lern-Prozesse sind am besten individuell durchzuführen. Denn wo auch immer der Schwachpunkt der Karriere liegt, es gilt, diesen aufzuarbeiten. Nur so ist die Chance wahrzunehmen, die sich mit dem (angeblichen oder realen) Versagen zugleich ergab. 

Warum? Weil es in dieser Welt Tag und Nacht, Licht und Schatten, warm und kalt gibt, und viele andere Dinge, die erst zusammen ein Ganzes ergeben, so gibt es auch Versagen und Gewinn in einem. In Dir! 
Es gibt übrigens auch keine echten Stärken. 
Pünktlich und zuverlässig zu sein sind Selbstverständlichkeiten, keine Stärken. 
Echte Stärken sind besondere berufliche Kenntnisse. Die meisten haben es versäumt, sich hier zu verbessern oder wenigstens gut aufzustellen, sich arbeitsmarktkonform weiterzubilden oder überhaupt Interesse an so etwas aufzubringen. 
Howard Gardner (28.11.2013) nannte das:

"Exzellenz, Ethik und Engagement.

"Exzellenz bedeutet, kompetent und effektiv sein im Beruf. Ethik bezieht sich auf soziale Verantwortung: Haben Ihre Arbeit, Ihr Verhalten und das Produkt, das Sie herstellen, positive Auswirkungen auf andere? Engagement heißt: Gehen Sie auf in Ihrer Arbeit, werden Sie gefordert, macht Ihnen Freude, was Sie tun?" (Gardner) 
Was bedeutet diese drei "E" konkret? 
Zur Exzellenz zunächst ein paar Überlegungen.
  • Die Bewerbungsunterlagen sind in Ordnung. 
    Es wundert, wie mangelhaft die Schulbildung und Willensbildung sein muss, wenn Menschen doppelte und fehlende Leerzeichen nach Satzzeichen über ihre Bewerbungsunterlagen verteilen, als ob sie dafür bezahlt würden. Es gibt Schwachstellen in der Darstellung eines beruflichen Werdegangs. Den lückenlosen Lebenslauf gibt es meiner Ansicht nach nicht mehr. Es gibt Ziellosigkeiten, Ratlosigkeiten, und allzuoft wenig langfristige Strategien.
  • Stärken sind erarbeitet. 
    Ich stelle immer wieder fest, dass die Frage: "Was können Sie denn außer dem gelernten Beruf noch?" mit Achselzucken beantwortet wird. Und ich behaupte, die einzig legitime Antwort eines Bewerbers ist: "Was brauchen Sie?" Und dann gilt, bereits zu wissen, wie schnell das Nötige gelernt werden kann. 
  • Was will ich? Persönliche und berufliche Ziele sind bekannt. 
    Niemand setzt sich in ein Auto, lässt den Motor an und überlegt dann, wohin er will. So bewerben sich aber viele  Jobsuchende heute. "Erst mal raus, und dann überleg ich, wohin." Das kann nur bedingt gutgehen. 
  • Wollen bedeutet auch die Akzeptanz der Veränderung
    Es gibt keine sicheren Jobs mehr. Zeitarbeit und Personalüberlassung haben große Teile des Arbeitsmarktes übernommen. Der Lohn ist bekanntermaßen nicht hoch. Stellen sind befristet. Punkt. Wer will, muss dies als Ausgangspunkt akzeptieren und kann sich ja politisch für Veränderungen engagieren. Darüber jammern hat noch keinen in den Job gebracht. 

Zur Ethik fält mir folgendes ein: Das Auftreten ist leider oft genug mehr als zweifelhaft, also ernsthaft "wenig geil, Alter?!" Muss man erwachsenen Menschen heute wirklich erklären, dass sie sauber und mit einem frischgewaschenen Hemd zum Vorstellungsgespräch gehen sollten? Das ist ein Inhalt von Vorbereitungskursen auf das Vorstellungsgespräch! 

Oft ist die Außenwirkung eines Menschen eindeutig miserabel, ein Fehlgriff im Ton. Vielleicht ein Mangel an Selbstvertrauen? Aber was soll's: Souveränität, Selbstbewusstsein, alles Lernfelder. Keiner wird so geboren, wie er heute ist. Er oder sie hat etwas aus sich gemacht. Jeder ist verantwortlich für das, was er, sie, es heute ist. 
Gardner: "Dafür gibt es keine fertige Lösung, jeder muss seine eigene moralische Identität entwickeln. Aber es gibt Fragen, die dabei helfen. Zum Beispiel: Welchen Menschen oder welcher Sache fühle ich mich in meiner Arbeit verantwortlich? Es hilft auch, sich Kritik von Kollegen und Vorgesetzten einzuholen. Ehrlich mit sich selbst zu sein ist hart, aber notwendig. Eine gute Frage ist: Würde ich es mögen, wenn mein Verhalten auf der Titelseite der lokalen Zeitung beschrieben würde?"
Hier gibt es Vor-Entscheidungen, die als Selbstwertgefühl daherkommen ("Es ist mir egal, was ein anderer über mich denkt") -- und oft genug eine glatte Lüge sind. Wir wollen gefallen, attraktiv sein. Das war am Anfang unseres Lebens überlebensnotwendig. Und wir haben das mit Sicherheit nicht verlernt. Es ist anstrengend, ja. Und daher sind wir faul, unbeweglich, sträuben uns vor Veränderungen und meckern lieber weiter, statt uns für uns selbst zu engagieren. 
Sich engagieren bedeutet, die beste Strategie anzuwenden. Was ist die beste Strategie?
  • schnell sein: Alles, was zum exzellenten Wollen dazugehört, ist erledigt. Und zwar vorher. 
    * Bewerbungsunterlagen? optimiert
    * Stärken? erarbeitet
    * Ziele? Zielgruppe? Kunden? Kollegen? klar und konkret benannt (so gut es eben geht)
    * Belohnung? (finanziell über die Runden kommen genügt langfristig nicht!) Was kann ich da lernen, was mir langfristig weiterhilft? 
    * Werte? Vision? Was ist mir wichtig im Leben? (*grübel*)
  • zuversichtlich sein: Da wir einzigartige Wesen sind, gibt es für jeden einen Platz. Das bedeutet in diesen Umbrüchen jedoch nicht zwingend: einen bezahlten Arbeitsplatz. Kenne ich meine Alternativen? Was interessiert mich denn über das Berufliche, das bisher beruflich Geleistete hinaus? Was würde ich denn gerne tun? 
  • begeistert sein: "Oh Gott!" Wer liebt seinen Arbeitsplatz wirklich? Wer geht mit Freude in die Firma, seinen Tag für wenig Geld und für Andere zu vergeuden? Was erfreut die Seele wirklich an der tagtäglichen Arbeit? Was bewegt das Herz? Wovon redet der Mund? Liebe zur Arbeit, mit all ihren Konsequenzen, wird das Einzige sein, was den eigenen Arbeitsplatz für die Zukunft sichern kann. Denn dann machen wir mit unserer Arbeit einen Unterschied. Sonst erfüllen wir nur einen Job, einen Job, den jeder andere auch ausüben kann. 
Gardner: "Was ist die Mission hinter meiner Arbeit? Wer sind die Vorbilder, denen ich nacheifere – und warum? Wenn ich mich selbst im Spiegel anschaue – als Arbeitender – bin ich stolz auf mich? Wenn alle in meinem Beruf so wären wie ich – würde ich in dieser Gesellschaft leben wollen?"
Ein vierter Punkt ergänzt die ersten drei genannten:  
  • die erforderliche Anzahl an Bewerbungen: In vielen "Noch-Jobs" hilft nur eine hohe Zahl an Bewerbungen, um schnell in Arbeit zu kommen. Eine Friseurmeisterin, kurz vor Arbeitslosengeld II, schrieb an einem (!) Tag alle 180 Friseure der Stadt an und bekam schnell eine Übersicht, ob sie hier Chancen hat oder eine andere Strategie anwenden muss. Ihr Plan B war fertig (Selbstständigkeit). 
Weniger Qualifizierte haben fast keine andere Möglichkeit, als über die Anzahl der Bewerbungen sich einen Job zu ergattern. Denn Beziehungen zu pflegen, die zu guten Tätigkeiten führen, ist eine Frage der Exzellenz, der Ethik und des Engagements.

Der Staat, also wir, wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir mit diesen Menschen umgehen. Nichts oder wenig aus sich gemacht zu haben, ist gewiss nichts, was eine Belohnung verdient, aber auch nicht Bestrafung. Denn selbst die beste Weiterbildung oder gute Qualifikation schützt spätestens beim Älterwerden nicht mehr zwingend vor Erwerbslosigkeit. (Eine Lösungsidee ist das bedingungslose Grundeinkommen.) Ja, es gibt Menschen, die wollen wirklich nicht. Warum auch für den sprichwörtlichen "Appel und Ei"-Lohn auf die Halbtagsstelle dreißig Kilometer fahren? Und es gibt Menschen, die können nicht. Sei es, weil eine Behinderung vorliegt, sei es, weil man oder frau sich lieber um die eigenen Kinder kümmern möchte als sie in eine Tagesstätte zu geben. Das finde ich sehr verständlich. 

Auch dann ist es hilfreich, eine langfristige Strategie zu haben. Viele der Jobs von heute, wird es morgen nicht mehr geben. Eine sinnvolle Tätigkeit ist daher immer besser als ein Job, als irgendein Job. Davon später mehr. 

Was sind Ihre Erfahrungen?