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Donnerstag, 27. Februar 2014

Fasten regeln

Als Impuls zur Fastenzeit heute ein Beitrag von Heinz Schüttler


Zu Beginn der Fastenzeit werden von Menschen gerne Vorsätze gefasst oder alte Regeln wiederbelebt, auch wenn der bisherige Erfolg bescheiden war und die Freude daran gering.

Eine gute Gelegenheit sich einmal kurz damit zu beschäftigen.
Eine Regel z.B. eine Ordensregel heisst Regel, weil sie etwas regelt. 
Angesichts dieser vordergründigen Binsenweisheit, mag manch eine/r denken: „das geht ja schon gut los!“
Bei näherer Betrachtung sieht das dann doch anders aus. 

geregelt

Wenn nämlich etwas geregelt wird, mag manche Menschen die Angst beschleichen, dass sie damit Freiheit verlieren und Dinge über ihren Kopf hinweg von anderen Autoritäten entschieden werden. 
Recht schnell taucht dann der Ruf nach Autonomie auf. 
Das Interessante dabei ist, wie schnell sich Menschen an diesem Punkt in einem dualistischen Denkmuster befinden und verstricken (und die Autonomie ist da eh schon futsch, da das Wort Regel nur noch mit dem Begriff Freiheit als Gegenpart gedacht wird). Dem einen wird ein positiver Wert zugeschrieben und der andere Begriff wird automatisch negativ bewertet.
Dabei folgen viele Menschen Regeln, z.B. der Straßenverkehrsordnung und darüber hinaus sogar ganz persönlichen „Gesetzen“, die oft nicht als solche wahrgenommen werden. 

ungeschriebene Regeln

Die ungeschriebenen Regeln, Gesetze gar, sind oft die härtesten, z.B. „Wer nicht arbeitet, ist faul“. Es gibt  sicher einige fragwürdige Exemplare von solchen Regeln. Manche tarnen sich auch als Meinung, Urteil, Haltung, Ethik, Werte oder einfach als eine Aussage.
Kein Wunder  dass viele Menschen versuchen solchen Regeln möglichst zu entkommen. 
Was ist also eigentlich das Problem? 

Die Fastenzeit?

Ist die Fastenzeit vielleicht eine Einladung, solche Regeln zu hinterfragen und eigene Regeln sorgfältig auszuwählen? Sie könnten ein paar neue Regeln für den persönlichen Gebrauch aufstellen und sie dann ausprobieren. 
Vielleicht scheitern Sie daran - vielleicht aber auch nicht. 
Wie gehen Sie damit um?
An diesem Punkt kann vielleicht gerade das Scheitern an Regeln ein Spiegel für Bedürfnisse sein, die Sie nie wahrgenommen wurden. 
Vielleicht ist das für Sie ein erster Schritt zu einer neuen Achtsamkeit und einer neuen Ehrlichkeit mit sich selbst? 
Sollten sich ein paar taugliche Regeln, vielleicht sogar alltagstaugliche Regeln herauskristallisiert haben, sollten Sie diese nach Ostern über Bord werfen, nur weil die Fastenzeit vorbei ist?


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Unsere Impulse für diese neue Zeit

In den kommenden sieben Wochen werden Heinz und ich Impulse verfolgen, die um "mehr Gott" kreisen. Allen atheistischen Unkenrufen zum Trotz wollen wir das Leben und den christlichen Glauben feiern. 
Nicht Verzicht auf, kein Pflegen von, kein Besinnen auf, kein Weniger von Etwas, stattdessen ein Mehr von allem. Ein Mehr von Gott! 
Wir sind unersättlich. 
Wir werden unser Leben anhand dieser Impulse kommentieren, reflektieren, erzählen, was wir erlebten - und unter dem Blickwinkel des gewählten Impulses mit Euch teilen. 
Genauer heißt das: Vom 5.3. an, dem Aschermittwoch, bis jeweils zum folgenden Mittwoch verfolgen wir jeweils einen Impuls.  


Ab Aschermittwoch gibt es hier im Blog den ersten Impuls zu lesen!

Da liest Du schon vorher, was auf Dich zukommt!

Dienstag, 25. Februar 2014

Wem kannst Du noch glauben?

"Wem kannst Du noch glauben?"
Meine Mutter sitzt im Fernsehsessel und erlebt Nachrichten. Wieder ein neuer Skandal, eigentlich ist es mittlerweile egal, welcher. Sie fragt nach einer echten Autorität, nach jemand oder etwas, auf das noch Verlass ist, was Sicherheit gibt? 
Da braucht sie keine Diskussion. Da braucht sie auch keine Antwort. Da äußert sie ein gewisses Entsetzen. 
Was könnte ich ihr auch antworten? 
Autorität ist im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird und dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen oder Herrschaftsbeziehungen) in gesellschaftlichen Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter) oder durch vorausgehende Erfahrungen (von Entschlusskraft, Kompetenz, Tradition, Charisma oder Offenbarung). Der Begriff hat seine Wurzeln im römischen Recht (auctoritas). (Wikipedia)
Demnach ist Autorität als Beziehungsqualität zu verstehen. Da Beziehungsgeschehen keine Einbahnstraße ist, gilt also nicht, dass den "Autoritäten" einfach nur der nötige Respekt entgegengebracht werden muss, sondern dass die Autorität sich auch als "würdig" erweist, besser: als glaub-würdig zu erweisen hat. 

Glaub-Würdig?

Das bedeutet: Würdig, geglaubt zu werden. 
Es herrscht ein eindeutiges Machtgefälle zwischen den beiden Positionen des Anerkennung zollenden Menschen und des Autorität habenden Menschen bzw. der Gruppe von Menschen die eine Autorität anerkennt und der Autorität, wobei hier auch eine gewisse Gruppendynamik deutlich wird, aus der auszubrechen nicht einfach ist.
Aus dem Staat auszutreten ist im Vergleich zum Aus-der-Kirche-austreten nicht möglich. 
In früheren Zeiten galt die Zugehörigkeit zur Gruppe als überlebensnotwendig. 
Heute nicht mehr? 
Zu welchen Gruppen gehören wir? Verein? Freunde? Familie? Arbeitskollegen? Nachbarn? Dorfbewohner? Bewohner der Metropolregion Frankfurt? Deutscher? Bewohner der Bundesrepublik? Facebookgruppe "Academia Aurata"? 
Für mich gelten gerade alle, mit unterschiedlichen Herausforderungen und Gewichtungen. Es gibt andere Gruppen, zu denen gehöre ich nicht, profitiere aber davon: Die Freiwillige Feuerwehr der Heimatgemeinde, ohne die ich jedoch verständlicherweise auch gerne auskomme; die Müllabfuhr, auf die ich ungerne verzichte, und ich lasse auch gerne die Bahn die Verbindungen organisieren. 
Man muss zum Glück nicht alles selber machen. 
Als Erwachsene handeln wir gegenüber Lehrern und Eltern anders als wir es als Kinder taten. Die dazugehörigen Wertvorstellungen und Verhaltensweisen ändern sich also offenbar.
Respektvoll handeln können wir 
  • freiwillig (bis hin zu unterwürfig), 
  • gesellschaftlich anerzogen und zeitlich bedingt (gegenüber Eltern, Lehrern, Vorgesetzten, ...), 
  • vorgetäuscht (um Nachteile zu vermeiden), 
  • erzwungen (in eindeutig unterlegenen Positionen) 
  • oder gar als Auflehnung und Pflicht, wie Thomas Payne es formulierte:
“The duty of a patriot is to protect his country from its government.”

Wem kannst Du noch glauben? 

  • Dem ADAC? - Die "gelben Engel" haben uns (nur, wie man hört) über Autos belogen. Die brauchen wir noch auf der Autobahn als Notfallhelfer, damit wird sich der Ruf wieder hochschaukeln. 
  • den Universitäten? - Indem sie den öffentlichen Presse / Pressuren / Pressungen wegen erschlichenen und halbherzig erarbeiteter Doktorarbeiten nachgegeben haben, haben sie sich selbst ihrer glaub- oder hier: wissenswürdigen Wissenschaftlichkeit beraubt. 
  • der Presse? - Die vierte Macht im Staate beherrscht immerhin die öffentliche Meinung; aber wie können wir uns noch sicher sein, dass nicht nur Verkaufszahlen die Berichterstattung legitimieren sondern echter und glaubwürdiger, und das bedeutet: vertrauenswürdiger Informationswert. 
  • den Ärzten? - Welche Umsatzvorgaben braucht eine Arztpraxis, um wirtschaftlich zu sein? Welchen Preis zahle ich, zahlt meine Krankenkasse, für meine Gesundheit?
  • den Politikern? (Und dem Staat) - "Ouh", höre ich viele stöhnen. Politik für Bürger oder für Lobby-isten? (Die natürlich auch Bürger sind!) Bundespräsidenten, die wir mundtot machen? Rücktrittsgründe für unliebsame Parteikollegen lassen sich in allen Farben und auf allen Kommunal-, Bezirks-, Landes- und Bundesebenen finden und auch erfinden.
    "The duty of a patríot ..."
  • Apropos, und die USA? - Hat wirklich jemand vor Snowden geglaubt, wir würden nicht vom selbsternannten (und vertrauensvoll von uns geglaubten) Demokratie-Retter und Weltpolizisten nicht abgehört? Hat wirklich jemand geglaubt, Whatsapp würde aus bloßem Gutmenschentum nichts kosten? Facebook hat es uns mal wieder gezeigt. Und mit "das geht gar nicht" scheint es auf dieser Seite des Atlantiks nun getan. Bloß nicht hingucken, dass wir (der Staat) uns selbst (die Bürger) überwachen?
  • Und dann ist da noch (...) ah, natürlich, die Liste ist sicher zu ergänzen.
    An wen denkst Du? 
  • Und dann frage ich:
    Welche "Institution" ist Deiner Meinung nach die nächste? 
Natürlich habe ich eine große Institution noch nicht genannt, eine der größeren, bedeutenden Anbieter von Sinn- und Weltanschauung, mit der Aufgabe uns vom Erlöstsein zu erzählen: 
  • der Kirche? - Nachdem das Gelübde der "Keuschheit" mit missbrauchten Kindern endgültig auf der Strecke blieb und das der "Armut" jüngst in goldenen Badewannen gewaschen wurde, versucht der Papst nun mit Wirtschaftskritik erneut Eindruck zu gewinnen. Doch der "Gehorsam" der Gläubigen gehört schon lange nur noch sich selbst. 

Was tut sich da?

Was bedeutet diese allgemein um sich greifende Unglaubwürdigkeit der Institutionen? Folgende Gedanken kommen mir: 
  • Das Ende der Über-Ich-Aktivitäten?
    Institution ade! 
  • Das Zurückgeworfen-Sein des Individuums auf sich selbst?
    Na freilich, was sonst. Das "Ich" strahlt vor Glückseligkeit.
    (Aber bitte lasst mich nicht den Müll selber zur Deponie fahren, ja?)
  • Die Rückkehr zu Stamm und Clan?
    Auch die Institution "Ehe" und "Familie" ist doch schon längst aus sich selbst heraus unglaubwürdig. Warum war Jesus wohl so familienkritisch? Warum gilt uns Familie als Heiligstes? Was will die Kirche mit der Ehe-Moral und der Familie denn noch beschwören, was nicht längst vergangen ist? 
  • Die Verstärkung des Rufes nach einem kommenden starken Ordnenden, der uns allen sagt, wo es lang geht, weil wir auf Dauer müde sein werden, alles selbst zu entscheiden? Schreien wir "Heil Ökodiktator", Beten wir "Errette uns vom Müll!", "Bewahre uns vor der Umweltverschmutzung" und "Führe uns in die Nachhaltigkeit"? 
Auf wen kann man sich noch verlassen? Wer ist also noch glaub-würdig? 
Das große Defizit aller Sicherheit und aller Sicherheit gebenden Strukturen besteht darin, die Gewissheit nicht geben zu können, die wir aber so dringend bräuchten, gerade im Alter, im Altersheim, in der Pflege und Betreuung. (Günter Funke)
Bleibt am Ende nur die Hoffnung auf Gott? Bricht deshalb alles zusammen? 
So apokalyptisch wollte ich mich gar nicht anhören. 
Aber da hätte Gott sicherlich was zu tun. 
Tu mir kein Wunder zulieb. Gib deinen Gesetzen Recht, die von Geschlecht zu Geschlecht sichtbarer sind. (Rainer Maria Rilke)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Hochbewusstsein

Das hohe spirituelle Bewusstsein ist eine esoterische Aussage, die ich immer wieder höre, und die mir immer wieder Fragen aufwirft. 
Denn meistens sagen die Menschen, sie hätte es verloren, also früher einmal gehabt. 
Wann? Im Mutterleib? Davor? In einem vergangenen und verlorenen Zeitalter? In der All-Einheit, die Du ebenfalls verloren hast? 
Ob Du je ein solches Bewusstsein hattest, weiß ja keiner so genau. 
Das behaupten nur so viele. 
Das muss man glauben, oder lässt es. 

Aber gut, mal angenommen, du hattest es. (Vergangenheitsform!)
Also hast Du es heute nicht mehr. (Gegenwart!)

Das kann gut sein, das kann schlecht sein. 
Wer vermag das heute zu beurteilen? 
Du nicht. 
Hast Du doch auf Grund Deiner eigenen Beurteilung das Bewusstsein dazu gar nicht (mehr), ein Urteil darüber fällen zu können, ob es gut oder schlecht sei, das Bewusstsein nicht mehr zu haben. 
Mal abgesehen davon, dass Du womöglich gar nicht der Richter bist. 

Gut

Nehmen wir an, es wäre gut  für Dich, dieses Bewusstsein nicht zu haben.
Dann wäre es vielleicht wichtig, den Grund für den Verlust zu verstehen. 
Aber da wir das Bewusstsein dazu nicht haben ... *seufz*
Und warum dann die Aufregung über den (geglaubten) Verlust? 
Es ist doch gut so! 

Nicht gut

Nehmen wir an, es wäre schlecht für Dich, dieses einmal gehabte Bewusstsein verloren zu haben. 
Dann bist Du vielleicht bestrebt, es wiederzuerlangen? 
Meditation, Guruweisheit, Dopezufuhr, Gebet und fünfmal täglich zur Messfeier und der Nachbarin die Treppe kehren oder was auch immer Du anstellen magst: Du kannst immer noch auf Grund von fehlendem Bewusstsein gar nicht wissen, ob es gut für Dich ist, es wiederzuerlangen. 
Geschweige denn, dass Du wissen könntest, wie Du erlangen könntest, was Du nicht kennst. 
Und warum dann die Aufregung über den (geglaubten) Verlust? 
Es ist doch gut so! 

Gut

Nehmen wir abschließend einmal an, wir hätten alle diese uns innewohnende Bewusstsein, gleich ob wir es erleben oder nicht. 

Ich weiß nicht, wie es Dir geht: Bei dieser Annahme kehrt Friede in mir ein. 
Das hat was von Erlösung. 
Dann weiß ich: Es ist doch gut so! 
Auf immer und ewig können Sie woanders nach Wahrheit, Liebe, Intelligenz und Wohlwollen suchen, Gott und die Menschen anflehen – alles umsonst. Sie müssen bei sich selbst anfangen, mit sich selbst, das ist das unumgängliche Gesetz. Sie können nicht das Spiegelbild ändern, ohne Ihr Gesicht zu ändern. Realisieren Sie zuerst, dass die Welt nur eine Reflexion Ihrer selbst ist, und hören Sie auf, nach Fehlern an der Reflexion zu suchen. Beschäftigen Sie sich mit sich selbst, bringen Sie sich selbst in Ordnung – mental und emotional. Das Physische wird automatisch folgen. [...] Um den Film zu ändern, wechseln Sie einfach die Filmrolle aus, Sie attackieren nicht die Leinwand. Sie müssen aufhören, im Äußeren zu suchen, was nur im Inneren gefunden werden kann. Klären Sie Ihre Sicht, bevor Sie anfangen zu agieren. Läutern Sie Ihren Verstand, reinigen Sie Ihr Herz, heiligen Sie Ihr Leben – das ist der schnellste Weg, Ihre Welt zu verändern. 
Sri Nisargadatta Maharaj

Montag, 17. Februar 2014

Drei Grundpfeiler des Seins

Heute gibt es einen Gastbeitrag von meinem geschätzten Kollegen Jörg Dankert.


Meine drei Grundpfeiler des Seins sind 
  • Herz
  • Hirn 
  • Hand
Das Universum und damit alle Themen der Welt drehen sich um diesen Dreiklang. 
  • Was immer Du anfängst ist richtig, wenn Du Deinem Herz folgst.
    (Du spürst, dass Du das auch Berufung, Seele, Sinn, Pfad, Vision … nennen kannst)
  • Was immer Du planst wird gut, wenn Du Dein Hirn nutzt.
    (Du erkennst, dass Du auch Bewusstsein, Verstand, Plan, Struktur, Weg, Ziel …dazu sagen kannst.)
  • Was immer Du tust wird erfolgreich sein, wenn Du Deine Hand tatsächlich einsetzt. (Setze es um, sei aktiv, handle, gehe in die Aktion, engagiere Dich, suche Mitstreiter, tue etwas, verändere etwas, …)
Keine dieser Aussage ist  für sich alleine stimmig. In der Kombination und Mischung sind sie alle welt-, kultur- und spiritualitätsumfassend wahr. 
Menschliche Schicksale beweisen sich in folgenden Fragestellungen, anders formuliert: Probleme ergeben sich aus beispielsweise folgenden Fragestellungen: 
  • Was ist meine Berufung? 
  • Wie komme ich vom Planen ins Ausführen? 
  • Wie komme vom Denken ins Handeln? 
  • Was kann ich wirklich mit wem und in welchem Zeitraum erreichen? 
  • Lohnt sich das alles? 
  • ...
Tauchen solche Fragen in Dir auf, bekommst Du ein Geschenk: 
Deine persönliche Evolution (Deine Entwicklung, Dein Werden, Dein Verändern und Deine Veränderung, Dein Gestalten, Dein ... )

Aber da wo Licht ist, ist auch Schatten. 
Den Schatten an sich oder die Emotionen, Geschichten, Dinge, …  welche im Schatten liegen, betrachtet Mensch sehr ungerne und nicht immer, eigentlich sogar selten, freiwillig.
  • Was leistest Du in diesem Zusammenhang für „Deine Menschen“? 
  • Bist Du Katalysator?
    (Geburtshelfer? Ratgeber? Coach, Therapeut, ... )
  • Wie siehst Du Dich und Dein Wirken? 
  • Wo ist Dein Herz? 
  • Was leistet gerade Dein Hirn? 
  • Wen oder was hast Du gerade an der Hand? 
Eine schöne Zeit für Veränderung wünscht,
Jörg Dankert

Freitag, 24. Januar 2014

abhängig

Willst Du auch unabhängig sein?  
"Weißt Du ich brauche keine selbständige Tätigkeit sondern eine versicherungspflichtige! Ich bin dann zwar von meinem Mann abhängig, das bin ich seit 30 Jahren, wir haben immer zusammen geholfen! Ich empfinde das als keine Abhängigkeit, sondern gegenseitiges Vertrauen! Ich kann Dinge, die er nicht gerne macht, die mache ich, aber ich hab ihm alles gezeigt, damit er das auch alleine schafft und es gibt Dinge die mag ich nicht, die macht er! Die will ich aber auch nicht wirklich gerne lernen, z. B. Reifen wechseln." 
Das schrieb mir jemand Liebes. 
Ein paar Gedanken dazu: 
Abhängigkeit ist für viele offenbar etwas, was sie loswerden wollen. 
Abhängigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang immer Unfreiheit. 

Wie du Freiheit erlangst

Das Gegenteil von Freiheit, so hat man mir mal beizubringen versucht, sei Un-Freiheit.
Freiheit versteht sich hier als Ausdruck von Unabhängigkeit, z.B. finanzielle Unabhängigkeit. Am Monatsende möchte jeder eine bestimmte Summe oder größer auf dem Konto haben. 
Die Freiheit, Geld für Dinge auszugeben, bezeichnen wir passenderweise heute als Sparen und wundern uns, dass Haushalte sich verschulden. Und dann wundern sich viele, dass am Geldende noch eine größere Summe Monat da ist. Sparen hieß früher Geld aufs Sparbuch bringen und auf Ausgaben verzichten. Verzicht macht frei. 
Was heißt da also Freiheit, wenn ein Mensch vom Geld abhängig ist? Geldunabhängigkeit wäre mal eine Überlegung wert. 
In unseren Beratungen fällt mir immer wieder auf, wie fantasielos Menschen mit ihren Einkommensmöglichkeiten umgehen. Das gute, alte Sparen wäre ja ein Weg. 
Aber viele wollen glänzen, wollen haben, was alle (angeblich) haben, weil sie abhängig, süchtig geradezu sind, von anderen anerkannt zu sein. Wie Kleinkinder, die abhängig von Mama und Papa sind, sind sie auf der Suche nach Anerkennung von außen. Smartphone, Flachbildschirm, Auto, neues Wohnzimmer. 
Ein Baby bleibt für eine gewisse Zeit, abhängig. Es kommt sicher auf viele Umstände an, doch wenn ein Kind länger als nötig abhängig bleibt, stimmt was nicht. Was stimmt nicht mit den Geldabhängigen, den Ansehensüchtigen, den Unfreien?

Es gäbe übrigens noch viele andere Wege, die Abhängigkeit vom Geld zu reduzieren. Meistens liegen sie auf der Hand. Einer davon wäre: Statt es zu erjagen und zu bedauern, dass es fehlt, erst einmal den wirklichen Reichtum erkennen, der schon längst da ist! 

Fremdbilder versklaven dich, eigene auch

Wie wäre es mit der Unabhängigkeit von Fremdbildern und Eigen-heiten? Statt eigen-Dünken (und die Simulationen des eigenen Kopfkinos für wahr zu halten), selbst zu denken, mit anderen zu neuen Horizonten denken, die aus einer guten Zukunft uns entgegenharren? 
Nach Bertrand Russell ist die Furcht vor der Preisgabe des eigenen Ich ein psychologisches Hindernis für die freie Entfaltung der Liebe. 
"Individualität ist nicht Selbstzweck, sondern etwas, das in fruchtbare Berührung mit der Welt kommen und dadurch sein Isoliertsein verlieren muss." (Bertrand Russell, in Ehe und Moral) 
Das ist dann Interdependenz, wechselseitige Abhängigkeit, Reife. 
Andere nicht kopierend, das Eigene nicht simulierend, mit anderen zusammen seinen Teil zum Ganzen beitragen. 

Die richtigen Freiheiten nehmen 

Die Freiheit, zu tun was man will, endet bekanntlich da, wo die Freiheit des Anderen beginnt. 
Freiheit von und Freiheit für...
Ich unterscheide mehrere Freiheiten: 
Frei sein von Zwängen, Unterdrückung. 
Frei sein für Kreativität, Individualität, frei für Entscheidungen. 
Was nehmen in anderen Ländern die Leute auf sich, um endlich "frei" und demokratisch wählen zu können.
Was nehmen Schüler auf sich, um kilometerweit in die Schule zu gehen mit dem Hunger nach Bildung.
In unserem Ländern halten sich viele für so "frei", nicht wählen zu gehen und damit politisch gewonnene Freiheit aufs Spiel zu setzen. Und Jugendliche nehmen sich gerne die Freiheit, "abzuhängen" (Das erinnert mich irgendwie an abhängig sein.) und Zeit sinn-los zu vergeuden. Zumindest in den Augen der Reifen, der Erwachsenen, der Älteren. 

Ein anderer Gedanke: Wie sollte unsere Gesellschaft funktionieren ohne dass wir zu Informationen Zugang haben? Also: Dass wir frei sind für Informationsaufnahme, für Bildung, für Meinungen, und somit frei(er) von Manipulationen. 
Und noch ein anderer Gedanke: Vertrauen? Was ist dieses "gegenseitige Vertrauen", das im Zitat oben geradezu als Gegenteil von "Abhängigkeit" verstanden wird? Eine gegenseitige Ergänzung? Einfach eine Arbeitsteilung? Eine wechselseitige Abhängigkeit, ein Vertrag? 


Dienstag, 3. Dezember 2013

Aller Anfang...

von Thomas Körbel

Na gut, aller Anfang sei schwer, heißt es. Doch die ersten Worte zu tippen habe ich nur etwas gezögert. Warum? Na, weil, wer schreibt, bleibt? Da ich sonst auch schreibe, kann es diese Angst nicht sein. Weil ich nicht weiß, was ich da schreiben "soll"? Wer sollte es mir denn vor-schreiben? Bloggen hat was Eigenes, denke ich. Und so wage ich's mal.

Themen

Oh, Themen hab ich viele: Menschen, die mir begegnen, Eindrücke von Erlebtem, Gedanken zu Filmen, Büchern. Philosophisches, Spirituelles und Theologisches (Was ich nie als Differenz erlebt habe, was dann aber auch zu meiner gesunden Distanz vom Kirchlichen führte), Berufliches: Arbeit und Pflege - neben der Philosophie und der Spiritualität sind das die gegenwärtigen Schwerpunkte der Academia Aurata. Diese Bildungsakademie ist ebenfalls etwas Eigenes. Etwas Individuelles.
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Ein Blog ist etwas, womit der Mensch konkreativ, mitschöpferisch tätig werden kann. Gott sah, dass die Schöpfung sehr gut war. So kann es hier auch nur gut werden. Ich freue mich aufs bloggen.