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Sonntag, 29. Juni 2014

Der Club der toten Dichter

Der Club der toten Dichter. Reflexionen zum Film und zu meinen Erfahrungen



wiederveröffentlicht aus aktuellem Anlass 

Freitag, 6. Juni 2014

Pflege-Aufstand oder Personal-Aufstand?

Auf Zeit Online findet sich ein Artikel von Anne Kunze und Marlies Uken zur Bewertung von Pflegeheimen. 
Aus aktuellem Anlass hierzu Gedanken von Rolf Ochs (auf Xing), dem Pflegesachverständigen der Academia Aurata.



Benotung ist Auslegungssache

Die Benotung in der allgemeinen Beurteilung der Pflegedienstleistungen, wie sie hier vorgeschlagen wird, ist in Ordnung. Nur die Auslegung lässt sehr zu wünschen übrig. 
Wie haben wir schon in der Schule gelernt? 1-6 = Sehr gut bis Ungenügend. Sehr gut bis ausreichend , also 1-4 entspricht der allgemeinen Norm und ist mindestens genügend, alles was schlechter ist muss berichtigt und verbessert werden.
Bei der jetzigen Beurteilung muss schon eine 1,5 berichtigt und verbessert werden. 
Ist das unsere Wunschvorstellung in der Gesellschaft, höher besser weiter, die Fürsorge für unsere Mitbürger soll eine Leistungsschau oder gar Sportveranstaltung werden? 
Die ersten Worte in diesem Artikel sind bereits nur negativ Beispiele. 
Eine Schlagzeile wie zum Beispiel: 

"Pflegeheim betreut und pflegt seine Bewohner zur vollsten Zufriedenheit" 

suchen wir wohl für noch lange Zeit vergebens. Die angegebenen Argumente sind immer wieder "nicht menschenwürdig", "keine Zeit" - niemand sagt "keine Kollegen". 

Personalnotstand? 

Wir können mit einfachen Mitteln einige Misstände aus dem Weg räumen. Jedoch bedarf es den Mut, das Engagement und die Einsatzbereitschaft der leitenden Pflegenden, die als Vorbild erscheinen sollen. 
Machen wir uns erst einmal Gedanken. 
Nicht, was kostet das? Sondern: Wie kann man das ändern? 

Wie kann man das ändern? 

Ich bin der festen Überzeugung, durch gut ausgebildetes Pflegepersonal ohne Wenn und ohne Aber für unseren Beruf und unser Ansehen in der Gesellschaft können wir den ersten Schritt in eine generationenübergreifende gut zusammenlebende Gesellschaft gehen. Dazu möchte ich ermutigen. Die Kontrollen eines MDK's können wir dann nach und nach vergessen, denn "schwarze Schafe" werden sich ganz von selbst erledigen!
Die Kollegen die sich für den MDK, also zum Kontrollieren, nicht zum Beraten und Helfen entschieden haben, sind meines Erachtens auf dem Holzweg. 
Es gäbe eine bessere Strategie. Aufsicht und Hilfe kann man auch mit einer "Pflegekammer" erreichen, analog den Handwerkskammern, und so ließe sich den Pflegeheimen, Wohnheimen, Seniorenresidenzen, Pflegediensten und anderen Betreuungseinrichtungen in besserer Weise helfen.

Rolf Ochs
Pflegesachverständiger, Pflegefachkraft

Freitag, 30. Mai 2014

Die Frohe Botschaft der Exkommunikation.

Papst exkommuniziert Chefin von "Wir sind Kirche"

Die österreichische Vorsitzende der katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche" wurde exkommuniziert. Martha Heizer und ihr Mann dürfen nicht mehr an den Sakramenten teilnehmen. 
Die strengste Strafe, die die Kirche verhängen kann, weil zwei Menschen, die nicht zu Priestern geweiht waren, in ihrem Privathaus Messen gefeiert  haben? 
Es heißt, von den Missbrauchstätern sei bislang keiner exkommuniziert worden. Ich kann das nicht überprüfen.
Aber mit welchem Maß wird da gemessen? 
Das vermeintliche schwere Vergehen, das Martha Heizer vorgeworfen wird, begehen täglich auf der Welt Hunderte von katholischen Gruppen. Es ist eine Folge des Priestermangels, dass Gläubige manchmal auch ohne geweihten Priester gemeinsam Gottesdienst feiern. Statt das zu bestrafen, sollte man diese Form des Laienengagements begrüßen und sich darüber freuen. Christian Weisner (30.5.2014)
Wenn ich also zukünftig ein Brot breche, und einen Wein trinke, und dabei einen Segen spreche, exkommuniziere ich mich dann auch selbt?
Oder werde ich ausgeschlossen, wenn ich das auch noch öffentlich bekannt gebe? 

Also, ich sehe das so:
Entweder war das unerlaubt und ungültig. Denn wenn die beiden nicht geweiht waren, war das keine Messe, im katholischen Sinne. 
Dann sehe ich keinen Grund für eine Strafe.
Dann wäre es einfach nur ein Irrtum der Handelnden. 
Das sowas in der Kirche bestraft wird, befremdet, wirkt wenig menschenwürdig. 

Die Frohe Botschaft dieser Exkommunikation.

Oder war das gottesdienstliche Handeln gültig?
Das muss wohl so sein. Das legt die Bestrafung nahe. Nur geweihte Pfarrer dürfen das.
Und das ist ein Grund zur Freude, denn wenn das "gültig" und somit bestrafenswert ist, was Frau Heizer tat, dann "funktioniert" das Geschehen der Messe, die Wandlung und Transsubstantiation, auch ohne Weihe. 
Das wäre nun wahrhaft die Frohe Botschaft dieses Urteils. 
Eine gültige Wandlung von nichtgeweihten Menschen. Laien, bei den Katholiken. Also ist das von allen Evangelischen, allen ordinierten Männer und Frauen und allen Laien gültig. 
Endlich sind wir autonom. 
Das Priestertum aller Gläubigen, verwirklicht, und durch ein Urteil der Kirche bestätigt. 
Ein Schritt weiter, das Klerikertum abzuschaffen? 
Habt Mut, zu wandeln, zu feiern. Wandelt. Wandelt Euch, wandelt die Welt! Denkt um! 
Gültige Messen feiern. Für alle. Mit allen. Das ist gelebte Spiritualität und Seelsorge. 
Wie der in den Menschen verliebte Gott es wollte.

Ich breche gerne das Brot. Trinke Wein, symbolisch, zeichenfaft, und bete dazu einen Segen. Allein, wie es sich für einen Eremiten gehört.
Und ich überlasse es anderen, darüber Ihren Hirtenstab zu brechen. 
Wer will feiert mit. Virtuell, oder real. Das macht keinen Unterschied, im Geiste. 

Lies auch hier zum Thema Papst. 

"Wer sind wir, dass wir uns anmaßen dürften, Türen zu schließen, die der Heilige Geist öffnen will?" (Papst Franziskus)

Montag, 12. Mai 2014

Wie Du Deine Sehnsucht steigerst

Gebet der Sehnsucht

Dein Sehnen ist dein Gebet
Und wenn es ein ununterbrochenes Sehnen ist,
dann ist es ein immerwährendes Gebet.
Willst du ohne Unterlass beten,
dann höre nicht auf,
dich zu sehnen.
Dein Sehnen ohne Unterlass ist deine
ununterbrochene Stimme.
Wer sich sehnt,
singt im Herzen,
auch wenn die Zunge schweigt.
Wer keine Sehnsucht hat,
ist stumm vor Gott,
wie laut auch sein Schreien
in den Ohren der Menschen widerhallt.
Aber wer sich sehnt, singt im Herzen,
auch wenn die Zunge schweigt.
(Augustinus)


Sehnsucht gehört zu jedem Menschen

Man muss mit allem zufrieden sein. 
Das höre ich oft. 
Haben solche Menschen die Sehnsucht aufgegeben? 
Oder haben sie all ihre Sehnsucht ins Reich der Träume verwiesen?
Nur Mut, suche sie wieder! 
Jeder Mensch sehnt sich im Grunde nach Geborgenheit, nach Liebe, nach wahrer Heimat, nach Echtheit und Freiheit. 
Für mich sind das große Sehnsüchte, die letztlich nur von Gott erfüllt werden können. 
Letztlich nur von Gott bedeutet: Menschen und Dinge sind da nur vorläufige Sehnsuchtserfüller. 
Die können es, bis zu einem gewissen Grad, ja. Das ist gut. 
Und dann fehlt doch noch was. 
Was?
Sehnen kommt von liebend verlangen, sich härmen. Es hat mit Schmerz zu tun. 
Aber es ist ein süßer Schmerz. Denn der Mensch fühlt sich in der Sehnsucht durchaus lebendig. Er spürt, dass die Sehnsucht etwas ist, was ihn über diese Welt hinaus führt. 
Ohne den geht es nicht. 
Mehr Sehnsucht? 

Bei Sehnsucht fehlt noch was

Ob Du willst oder nicht, in allem, wonach Du leidenschaftlich suchst, sehnst Du Dich letztlich nach Gott. 
Ein Beispiel gefällig? 
Wenn Du mit allen Kräften nach Reichtum aus bist, so wird der Besitz Deine Sehnsucht nicht erfüllen. In der Suche nach finanzieller Unabhängigkeit steckt die Sehnsucht nach Ruhe, nach Zeit, nach Freiheit, dass Du endlich zu Dir selbst kommen kannst, dass Du etwas tun kannst, was Dir mehr Freude gibt als das, was Du jetzt tust. 
Wenn Du nach Erfolg strebst, nach Anerkennung, so steckt dahinter die Sehnsucht, wertvoll zu sein. Aber Du weißt, zugleich, dass kein Erfolg Deine Sehnsucht zu stillen vermag, wenn Du Dich nicht selbst wert-schätzt. 
Du erfährst auch Deinen göttlichen Wert erst in Gott. 
Wenn Du Dich nach Freunden sehnst, suchst Du nach Unabhängigkeit, nach Echtheit in Beziehungen, nach mehr, spürst Dich in Deiner Gebrochenheit und willst vom Menschen ganz gemacht, geheilt werden, suchst nach dem Deinen, suchst Dich, spürst, Du hast Dich noch nicht. Du kannst nicht lieben, willst haben, willst mehr sein. 
Und manchmal setzt Dich ein Mensch auf Entzug. 
Sehnsucht ist eine gute Sucht. 
Sie ergreift Dich ganz. Du spürst die Sehnsucht in Dir. 
Im Lateinischen heißt Sehnsucht desiderium. Das kommt von den sidera, den Sternen. Sehnsucht ist also der Weg die Sterne auf die Erde zu holen. 
Die Sehnsucht bringt den Himmel auf die Erde. 
Sie schafft in Dir den Raum der Weite und des Himmels. Dein Raum. 
Pocht in Dir auch eine solche unerfüllte Sehnsucht nach mehr und nach dem Ganz Anderen? 
Lass Sie wachsen und sich vermehren. 
Wenn alle sich mehr sehnen, wird auf die Grenzen des Wirklichen ein starker Druck ausgeübt werden. Dieser Druck wird ein Ergebnis herbeiführen. 
Die Erfüllung der Sehnsucht. 

Es folgen nun in der Academia Aurata ein paar Tage der Abwesenheit.
Vielleicht wird auch meine und Deine Sehnsucht nach ihr damit größer ;-) 


Samstag, 12. April 2014

Lieben

von Heinz Schüttler 

Lieben - Ein neuer Blick auf die Liebe

Heute wird so oft von Lieben gesprochen und spontan schwingen viele ein auf die Gefühle romantischer Liebe und die Bilder, die daraus in den Köpfen aufleuchten. Häufig treffen wir auf eine Mischung aus etwas schönem und erstrebenswertem und auf der anderen Seite von Leiden und Unerreichbarkeit bis hin zur Tragik enttäuschter oder verschmähter Gefühle. Serien und Werbung liefern uns dazu täglich Bilder und Vorlagen.

Angesichts einer Scheidungsrate, die die Wahrscheinlichkeit des Gelingens zu einen nicht unerheblichen Teil unwahrscheinlich werden lässt; stellt sich vielleicht die Frage nach den Alternativen.
Manche probieren es mit einer Art emotionaler Abschottung und rationalisieren aus ihrem Kopf heraus ihr Leben und das was sie umgibt.
Wie wäre es mit einem neuen Blick auf dieses Phänomen Liebe?

Die Liebe hat den langen Atem

Die Liebe hat den langen Atem
Die Liebe ist langmütig und hat genug Luft, sie hält durch,
gütig ist die Liebe, 
sie kommt freundlich und wohlwollend,
sie eifert nicht. 
sie bleibt trotz Turbulenzen ruhig. spricht leise,
Die Liebe prahlt nicht, 
Die Liebe bleibt bescheiden, absichtslos,
sie bläht sich nicht auf, 
verzichtet auf Imponiergehabe und Einschüchterung und ermutigt eher,
sie ist nicht taktlos, 
sie ist rücksichtsvoll und einfühlend, 
sie sucht nicht das ihre, 
sie gönnt dem anderen seinen Erfolg und freut sich mit an dessen Gelingen.
sie lässt sich nicht zum Zorn reizen, 
sie bleibt freundlich,
sie rechnet das Böse nicht an, 
sie ist großzügig und sieht eher das Gute, sie verzeiht Fehler und Mißgeschicke
sie freut sich nicht über das Unrecht, 
sie achtet wenn Menschen fair miteinander umgehen, 
sie freut sich mit an der Wahrheit. 
sie verträgt wertschätzende ehrliche Reden,
Sie trägt alles, 
Sie lässt Kraft und Zutrauen zuwachsen, sie trägt uns zutiefst und gibt uns ein Empfinden angenommen zu sein
sie glaubt alles, 
sie hofft alles, 
sie bleibt offen für die kleinen und großen Wunder, trotz mancher Widrigkeiten und Schwierigkeiten,
sie erduldet alles. 
sie kann Menschen, die Dinge, die Welt so nehmen wie sie sind.
Findige Köpfe haben sofort die Stelle aus 1 Kor. 13.4-7 wiedererkannt. 
Manche schmunzeln vielleicht sinnig und sagen etwas von einer schönen Utopie, die fern unserer alltäglichen Realität liege, und sich so nicht leben lasse.
In dem Moment, in dem wir diese Haltung akzeptieren, können wir dies auch nicht mehr in Verhalten umsetzen und zahlen den traurigen Preis für die vermeintliche Schlauheit und Expertise der anderen. 
Haben Sie einmal beobachtet, wie häufig Menschen nach den Wetteraussichten gefragt werden, oder sich dazu äußern, die keine oder eine recht geringe Kompetenz auf diesem Gebiet für sich in Anspruch nehmen können. Das Tolle an der Geschichte ist meiner Meinung nach der Umstand, dass ihnen so oft geglaubt wird und Menschen ihre Handlungen danach ausrichten.

Einfach Lesen!

Darum empfehle ich Ihnen, wenn Sie lesen können; dann tun Sie dies! 
  • Spüren Sie, wie es Ihnen bei den Worten ergeht, welche Gefühle und Gedanken dabei auftauchen. 
  • Vielleicht fallen Ihnen Situationen und Momente ein, in denen es Ihnen gelungen ist, in denen Sie lieben konnten. 
  • Mitunter laufen vor Ihrem geistigen Auge kleine Filmchen wie ein Kopfkino ab und lassen die Erlebnisse sehr lebendig werden. 
  • Und vielleicht stellen sich auch noch Gefühle ein. 
  • Wenn sie Freude und das wohlige Gefühl von Wärme in Ihrem Inneren verspüren, empfehle ich: Unbedingt weitermachen!
Denn allein der Text oben reicht schon für eine ganze Fastenzeit und darüber hinaus. 
Suchen Sie sich aus den kurzen und prägnanten Formulierungen eine, gerne auch zwei heraus und schauen sie einmal einen ganzen Tag lang mit wachen Augen, wo sich dies im Alltag umsetzen lässt. 
Am nächsten Tag suchen Sie sich ruhig und gerne ein paar Neue aus. 
Verabschieden Sie sich davon, Alles zu aller Zeit und immer perfekt zu tun. 
Vielleicht bemerken sie am Donnerstag, dass sie etwas vom Montag gerne noch einmal verwenden möchten, weil es in dem Moment so gut passt. 
Nur zu - dann tun Sie es ruhig!

... immer wieder lesen

Die Auswahl ist ja groß genug und Wiederholungen bringen in diesem Fall eher Freude und Aufmerksamkeit, als Langeweile. 
Fangen Sie ruhig auch mit sich selbst an, oder nehmen Sie sich ruhig auch als Pausenfüller, wenn gerade mal kein anderer Mitmensch empfänglich ist.
Viel Freude und jede Menge beglückende Momente und Begegnungen wünsche ich Ihnen!
Ihr Heinz Schüttler 
Wer Gott liebt, hat keine Religion außer Gott. (Mevlana Dscheläleddin Rumi) 

Dienstag, 18. März 2014

Impulse für die Fastenzeit (3. Woche)

  1. zuhören
  2. ermutigen 
  3. danken

Danken! 

Schon die dritte Woche. Die Zeit rast. Und wohin nur? Ich tue mir nicht schwer mit dem Ermutigen (letzte Woche), aber ich hatte eine gewisse Scheu, mich an das Thema des Dankens zu setzen. Uff. Sage ich jetzt, geschafft. Oder - deutlich frommer:
Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt. (Phil. 4,13)
Und schon bin ich mittendrin im Danken, ich hätte es beinahe nicht gemerkt. 

Bist Du glücklich?



Es gibt so etwas wie eine "Glücksforschung", schon gewusst?
Ein Ergebnis dieser Forschung ist, dass unsere Lebensumstände lediglich zu 10 Prozent dazu beitragen, wie gut es uns geht. 
Augustinus ist da drastischer, er nennt die "Lebensumstände" den Bereich des Todes. Das macht der einfach so. Wer heute lebt, stirbt schließlich vermutlich eines Tages, als macht es keine Umstände auf diesen nicht dauerhaften Umstand gleich zu verzichten. Wo kein Leben, da kein glückliches Leben, logisch, oder? 
Die Hälfte unseres Daseins verdanken wir unseren Ahnen und allem, was sie uns an Gutem wie Schlechten in unseren Gedanken-Mix und in unser Erbgut geschleust haben. 
Und dann wird es spannend, denn vier Zehntel sind "was Du draus machst!" 

Suchen wir mal.

Lachen ist gesund! 

Weniger Herzkrankheiten gefällig? Lache mehr. 
Selbst ein unechtes Lächeln sendet unserem Hirn, dass wir glücklich sind. 
Da kann man sich nun wirklich mal was vormachen und hat was davon. Es lebe das Kopfkino. Hier wird es zur Methode. Die einzusetzen, dazu kannst Du Dich einfach mal selbst ermutigen, wie wäre es? 
Ein kurzer Augenblick der Glücksillusion reicht für das Hirn, um aus dem Stress auf Entspannung umzuschalten. Ein Abbau von Cortisol, dem Stresshormon. Ein Out dem Burn-Out. Ein Adieu der Depression. Fastenzeitlicher TV-Glotze-Verzicht macht auch glücklicher, vor allem, wenn man in dieser Zeit mit realen Menschen was unternimmt. Ins echte Kino gehen, vielleicht? Oder mal wieder zur Kirche? Ja, auch wenn deren Programm langweilig ist. Verbundenheit macht es einfach, glücklich zu sein. Und der TV-Verzicht sorgt sogar bei einem Dir entsprechendem Bildungs- und Kontakt- und Ernährungs- und Bewegungsprogramm langfristig für ein besseres Einkommen. 
Und das Erinnern, also auf Deutsch: Das "ins Innen rein holen" von früheren glücklichen Momenten erhöht die Hoffnung auf kommendes Glück, damit schärft es die Wahrnehmung auf bereits bestehende Glücksmomente (die werden reingeholt), so dass aus der Illusion quasi auf Umwegen Realität wird. 
Und selbst wenn die Lebensumstände dann immer noch schlecht sein sollten? Was soll's? Du kannst auch damit glücklich sein. 
Robert Emmons, ein Glückserforscher, konnte sogar nachweisen, dass Freude und Glück erlebbar ist, wenn ein Dankbarkeitsritual gepflegt wird. Ganz einfach auch das: Wer dankt, kann sich gerade nicht aufregen, macht sich gerade keine Sorgen, kann weder sich selbst noch sich über etwas ärgern. :-) 
Wichtig ist nur, das "Danke" auch ernst zu meinen. Da kann man sich und dem eigenen Hirn nämlich nichts vormachen. Und da ehrlich mit sich selbst zu sein, da kann man richtig dankbar für sein, oder?

Kleine Tipps für Dankesrituale in der dritten Fastenwoche

  • Ein Morgengebet: Danke für diese erholsame Nacht und den neuen Tag voller Freude und Glück. 
  • Ein Tischgebet: Danke für das Essen! 
  • Ein Abendgebet: Danke für diesen erfüllten Arbeitstag und alle Begegnungen. 
  • Ein Nachtgebet: Danke für einen schönen Abend und eine ruhige Nacht. 

Und wofür bist Du dankbar?
Und welche Dankesrituale kennst und pflegst Du?

Sonntag, 16. März 2014

Wie du dich selbst ermutigen kannst

von Heinz Schüttler 

ermutigen

Wenn Dein Bogen zerbrochen ist, und Du hast keine Pfeile mehr, dann schieß! Schieß mit Deinem ganzen Sein. (aus dem Zen, vgl. Locccumer Brevier, 356)
Wenn wir von ermutigen sprechen, denken wir da zuerst an andere? 
Oder fängt ermutigen bei mir an? 
Wie steht es mit mir und meinem Mut? 
Wo war ich zuletzt mutig? 
Wie sieht Mut für mich aus? 
Woher habe ich mein Vorbild für den Mut? 
Vielleicht aus dem Fernsehen, oder aus Filmen, oder den Reden anderer, die mich beeindruckt haben? 
Ist mein Mut Mainstream oder eher außergewöhnlich?

Selbst ermutigen

Wenn ich andere ermutigen will brauche ich selber Mut. Und wenn es nur der Mut ist, erst auszuhalten und anzuerkennen, dass da jemand gerade gut ist. 
Was passiert dann in diesem Moment mit mir? 
Werde ich dann klein, oder gewinne ich vielleicht an Größe?
Diese Größe tragen wir als Menschen in uns. Mut ist für viele etwas Besonderes, das sie erst erreichen müssen. 
Dabei ist Mut vielmehr etwas, was schon in uns ist, denn sonst könnten wir unsere Existenz vielleicht gar nicht ertragen. 

Gottesermutigung

Wenn Gott Mensch geworden ist und den letzen und größten Schritt gegangen ist und gestorben ist: wozu das alles?
Die einen Interpretationen sagen, damit wir Menschen ihm nachfolgen. 
Damit sind wir schon gleich in eine Bring-Schuld hineingerutscht. Diese Interpretation versucht - leider - den Menschen zu verbessern und scheitert regelmäßig daran. Die täglichen Nachrichten, all das Schlimme, was in der Welt passiert und täglich über die Bildschirme in unsere Wohnzimmer, in unsere Köpfe, in unsere Seelen und Herzen flimmert, scheint dies eindrucksvoll zu belegen. Letztlich bestätigt dies nur das negative "Vor-Urteil" und lässt die Welt rund erscheinen. 
Zumindest lenkt es den Blick von vielen Menschen ab, von ihrer Größe und ihrem Mut.
Wie sieht die Alternative aus? Macht sie Sinn und ist damit sinnvoll? 
Was wäre, wenn wir unseren Mut entdecken? Wenn wir entdecken, wie dieser Mut schon von Anbeginn da ist, weil wir aus Gott heraus geschaffen sind und das Leben aus seinem Atem in uns tragen? (Gen  2.7)
Dann brauchten wir vielleicht weniger kämpfen, um uns zu behaupten. 
Wie befreiend könnte dies sein, nicht mehr beweisen zu müssen, das wir gut und mutig sind? Sondern zu begreifen, dass es schon so ist und vielmehr danach zu suchen, dies im Leben umzusetzen und zu verwirklichen, darauf zu verzichten Hürden aufzubauen, sondern diese eher abzubauen und sich mit anderen Mutigen zu verbinden. 

Die Fluten der Mutigen

Wenn diese Eindämmungen, die uns nur eindämmen und für andere fühlbar machen, verschwinden, dann werden die Fluten der Mutigen sich zusammenfinden und dieses "Wasser des Mutes" wird die Erde benetzen wie das Wasser, das im Schöpfungsbericht den Boden feuchtet als das Feldkraut noch nicht spross. 
Als aber "noch ein Wasserschwall hervorbrach aus der Erde und den ganzen Erdboden tränkte, da bildete der Herr, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem in seine Nase. So wurde der Mensch ein Lebendiges Wesen." (Gen 2.6-7, Zürcher Bibel)
Was kann dann alles bei uns sprießen? 
Eine "verrückter" Gedankengang! Allerdings wissen wir nur zu gut, dass unser Bild der Welt eine Interpretation, also rein subjektiv ist. Solch eine andere Sicht machte es schwerer Menschen zu führen - also schwerer "verführbar"? 
Dies ist schon einmal in einem Gedicht beschrieben worden.


Unsere tiefste Angst ist nicht,

dass wir der Sache nicht gewachsen sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich mächtig sind.
Es ist unser Licht, dass wir fürchten,
nicht unsere Dunkelheit.


Wir fragen uns: "wer bin ich denn eigentlich,

dass ich leuchtend, hinreissend, begnadet und phantastisch 
sein darf?"
Wer bist Du denn, 
dass Du das NICHT sein darfst?


Du bist ein Kind Gottes.

Wenn Du Dich kleinmachst, dient das nicht der Welt.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, 
wenn Du Dich einkringelst,
damit andere um Dich herum
sich nicht verunsichert fühlen.


Du wurdest geboren, 

um die Ehre Gottes zu verwirklichen, 
die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem Menschen.


Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen,

geben wir unbewusst den anderen Menschen
die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart
ohne unser Zutun
andere befreien.
(Marianne Williamson, nach: Loccumer Brevier, 81.)


Umdenken braucht Mut. 

Er ist grundsätzlich möglich. 

Mittwoch, 12. März 2014

nachdenken

Wo stehst Du, wo gehst Du hin? 

Was hindert Dich am Aufbrechen?
Schüttelst Du ab den Winterschlaf Deiner Bequemlichkeit Deines "es passt eh schon wie es ist"?
Was stellst Du ans Licht, in die Klarheit? 
Was ist Deine Vision, Dein Tagtraum, Dein Luftschloß, das geerdet werden will?

Wo ist Dein Blick noch trübe und blind?
Welche Verantwortung übernimmst Du mit Deinem Feuer und Deinem Licht?
Fragst Du was zu fragen not-wendig ist?
Siehst und hörst Du, was zu wandeln notwendig ist?
Wo engagierst Du Dich?

(Erika)

Dienstag, 11. März 2014

Impulse für die Fastenzeit (2. Woche)

1. zuhören (das war die 1. Woche)

Wer nicht hören will, muss fühlen

Wir reden viel, wenn der Tag lang ist, auch beruflich. Und wir hören viel, vor allem aneinander vorbei. Ich wünschte mir in dieser Woche öfter mal selektive Taubheit, um den ganzen Lärm, das viele Gelabere, das uneinsichtige Streiten nicht zu hören. Dabei blieb mir gar nichts anderes übrig als zuhören. Das kann man kaum nicht oder gar nicht tun, zuhören.  Seltsam, fiel mir auf, denn das ist doch ein großer, häufig gehörter Vorwurf.

"Du hörst mir nicht zu!" 

Gemeint ist wahrscheinlich so etwas wie "Sei du mal gescheiter als ich, damit ich mich so gut ausdrücken muss", "versteh mich besser als ich mich" und "ich möchte doch einfach nur besser verstanden, mehr gemocht, überhaupt wahrgenommen werden, denn ich brauche Deine Anerkennung zum Überleben." Warum sagst Du also nicht, was du wirklich willst?

Zuhören ist eine Kunst

...und Abhören eine Technik. Hinhören, lauschen, verstehen und stehen lassen, schweigen, mal nichts dazu sagen. Durchs Hören lernen, angeblich lernen wir mehr als drei Viertel nur durchs Zuhören. 

Ein Erwachsener kann in der Minute 125 Worte sprechen, und in der gleichen Zeit (nicht gleichzeitig!) 400 Worte hören. Zuhören ernährt das Gehirn, lässt Wissen wachsen, stärkt unsere Leistungsfähigkeit und wirkt auf unsere Emotionen ein. 
Zuhören ist entscheidend für beruflichen Erfolg, auch wenn es immer wieder heißt, Chefs können nicht wirklich gut zuhören. 
Dabei wäre das eine der herausragendsten Führungsqualitäten, so mutlos, lethargisch, depressiv, abwartend, meckernd, veränderungsunwillig, sicherheitsbedürftig, kundenunfreundlich wie es in vielen, zum Glück nicht in allen Unternehmen zugeht. 
Auch die Angestellten sollten Zuhören: Im Vorstellungsgespräch redete sich schon mancher um Kopf und Kragen. 
Mit Zuhören wäre das nicht passiert.
Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.
Mit diesem Zitat von Dieter Nuhr hätte ich am liebsten diese Woche öfter mal sagen wollen: "Halten Sie den Mund." Gehört sich ja auch nicht ...
2. ermutigen (jetzt kommt die 2. Woche)

Auf Verzweiflung verzichten

Eben mal nicht verzweifeln. Hoffen! Nicht weil die Hoffnung zuletzt stirbt und alles andere logischerweise vorher schon tot ist, sondern weil Hoffnung Gewissheit ist. Hoffnung ist größer als Erfahrung, Ermutigung stärker als Verzweiflung, eine Kerze heller als alle Dunkelheit. 
Das wird also die zweite Woche. 
Auf die Verzweiflung kannst Du verzichten, auch wenn es täglich hundert Gründe gibt, zu verzweifeln. Schluss mit Jammern, klagen, heulen, zähneknirschen und sich und die Welt anders wünschen. Es ist, was es ist. 
Träume, hab den Mut, sei der Mut, gehe gegen das Arm-an-Mut-Sein und die Arm-Mut an, auch gegen Deine eigene Armseligkeit. 
Du meinst das sagt sich so leicht? 
Das ist ganz einfach. Vielleicht am Anfang schwer, weil gewohnt. Dann gewöhne Dich um. 
So einfach ist es. 
Wenn Du es geübt hast und kannst es, weil du es wirklich willst, geht es irgendwann auch ganz leicht. Wie alle Dinge, muss man auch diesen Verzicht auf die Ver-Zwei-flung erst wollen, dann lernen und üben, dann weitertrainieren und dann wird er irgendwann zum Bestandteil des eigenen Charakters. Du hast Zeit!

Was sagt die Bibel? 

An dem Tage, da ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: in meiner Seele war Kraft. (Psalm 138,3)
Na bitte, keine lange Lieferzeit. Prompt erhalte ich Trost, wenn ich beteHab einiges an Trost und Ermutigung gehört, letzte Woche, ob ich wollte oder nicht, hab mir einiges angehört und anhören müssen. 
Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen! 1Thess 5,14 
Auftrieb und Bestätigung gelten als gleichbedeutend mit Ermutigung. Naja, wenn etwas nicht stimmt und mich jemand darin bestätigt, stimmt es nicht "mehr" (im Sinne von größer), es ist einfach immer noch nicht wirklich stimmig. Und wer wollte mir eine Zurechtweisung geben, wenn ich was Unordentliches lebe? Soll doch mal jeder vor seiner eigenen Tür kehren, oder? Geht mich ja auch nichts an, der Saustall eines anderen, oder etwa doch? Und wenn ja, wie?
Wenn dir etwas nicht gefällt, verändere es. Wenn du es nicht verändern kannst, ändere deine Einstellung. Beschwer dich nicht. (Maya Angelou)

Etwas wagen

  • Wage es, groß zu sein! 
  • Wage es, anders zu denken!
  • Wage es, Dich zu mögen wie Du bist! 
  • Wage es, mit Dir zufrieden zu sein!
  • Wage mehr Selbstwertgefühl! 
  • Wage es, Fehler zu machen und wage, daraus zu lernen! 
  • Wage verständnisvoller und toleranter zu sein! 
  • Wage, andere zu ermutigen! 
  • Wage es, mutiger zu sein! 
  • Wage einen anderen Umgang mit den Menschen um Dich herum! 
  • Wage es, Dich zu erheben, aufzustehen, Dich einzusetzen! 
"Ich glaube, die wichtigste Sache ist es zu wagen, etwas zu wagen." (Maya Angelou)
Und ein paar Gedanken mehr findest Du z.B. im Newsletter von Karl Pilsl in der "Ermutigung für die Woche" oder hierUnd die 3. Woche folgt dann nächsten Mittwoch!